Donnerstag, 04. Juni 2020

Corona-Badesaison startet: Freibäder öffnen wieder

Das Frei- und Seebad Fischbach öffnet ab Samstag, 6. Juni bei jedem Wetter, Strandbad Friedrichshafen und Wellenfreibad Ailingen starten an diesem Termin ebenfalls in die Saison und öffnen bei gutem Wetter für die Badegäste. Allerdings gelten für alle Freibäder strenge Auflagen, Hygienebestimmungen und eine Besucherbegrenzung.
Frau reinigt Wiese mit Gerät

Das Land hat am Donnerstag, 4. Juni kurzfristig eine neue Fassung der Corona-Verordnung Sportstätten veröffentlich und die Öffnung von Schwimm- und Freibädern ermöglicht. Bis zuletzt war offen geblieben, wann und unter welchen Bedingungen die Bäder öffnen können. Aus der Verordnung geht jetzt klar hervor: Ein regulärer Badebetrieb ist in der Saison 2020 nicht möglich. Alle Bäder, aber auch alle Badegäste müssen sich an Einschränkungen und Auflagen halten, damit ein eingeschränkter Badebetrieb unter Corona-Bedingungen funktioniert. „Die Badesaison 2020 kann und wird keine normale Badesaison sein“, sagt Oberbürgermeister Andreas Brand. „Aber wir werden alles tun, um möglichst rasch und verantwortungsbewusst möglichst vielen Badegästen ein sicheres und schönes Badeerlebnis in den Häfler Freibädern zu bieten. Entscheidend wird dabei sein, dass sich alle an die Regeln halten, auf sich und andere achten, Abstand halten und Rücksicht nehmen.“

Vorgaben des Landes für den Badebetrieb

Die Häfler Freibäder sind auf die Öffnung gut vorbereitet: Auf Grundlage eines Konzepts der Arbeitsgruppe Bäder beim Land hat die Stadt ein Gesamtkonzept für alle Bäder und für jedes Bad ein Betriebskonzept entwickelt. In den Konzepten wird entsprechend der Vorgaben des Landes geregelt: Maximale Anzahl der Badegäste für das gesamte Bad und in jedem einzelnen Becken, Zugangsregelungen zum Bad, Regeln für die Nutzung einzelner Badbereiche und Nebeneinrichtungen sowie Hygiene- und Abstandsregeln. Das Land fordert außerdem die Dokumentation der Personendaten, die Beachtung der Badeordnungen sowie Sanktionen und Maßnahmen, wenn die Regeln nicht eingehalten werden.

Wie viel Badegäste dürfen ins Bad und ins Becken?

Das Land gibt vor, dass für die maximal zulässige Zahl von Badegästen zur gleichen Zeit die Größe der Liegefläche und der Wasserfläche berücksichtigt werden müssen: Pro Person mindestens 10 Quadratmeter Liegefläche sowie im Schwimmerbereich 10 Quadratmeter, im Nichtschwimmerbereich 4 Quadratmeter Wasserfläche pro Person. Die gleichzeitig zulässige Personenzahl liegt damit im Strandbad Friedrichshafen bei 2.774 Personen, im Frei- und Seebad Fischbach bei 2.229 Personen, im Wellenfreibad Ailingen bei 1.441 Personen. Um möglichst vielen Gästen den Zugang zu ermöglichen, werden die Bolzplätze im Strandbad und Wellenfreibad Ailingen dieses Jahr als Liegewiese genutzt und in der Berechnung berücksichtigt.

Aufgrund der Vorgaben des Landes gilt für jedes Becken eine maximale Anzahl von Personen, die gleichzeitig im Wasser sein dürfen. Im Planschbecken im Frei- und Seebad Fischbach dürfen beispielsweise bei 100 Quadratmeter 25 kleine und größere Badegäste planschen, im Schwimmerbecken mit 375 Quadratmeter dürfen maximal 38 Badegäste unterwegs sein. Im Wellenfreibad Ailingen dürfen im Schwimmerbereich des Wellenbeckens maximal 50 Personen, im Nichtschwimmerbereich max. 125 Personen baden gehen. Das Wellenbecken wird übrigens wie gewohnt den Wellenbetrieb aufnehmen. Das Sprudelbecken ist mit 13 Quadratmeter das kleinste Becken im Wellenfreibad Ailingen, hier sind maximal 3 Personen gleichzeitig erlaubt.

Wer darf wann ins Bad?

Die Öffnungszeiten bleiben in allen Häfler Freibädern wie im Vorjahr, allerdings wird ein „Schichtbetrieb“ eingeführt, damit möglichst viele Gäste pro Tag ins Bad können. Außerdem muss zwischendurch aus Hygienegründen gereinigt werden, daher werden die Bäder zwischen 14 und 15 Uhr geschlossen. In allen drei Bädern gibt es eine Vormittagsschicht von 9 bis 14 Uhr und eine Nachmittagsschicht von 15 bis 20 Uhr. Zusätzlich bietet das Frei- und Seebad Fischbach von Montag bis Freitag eine Frühschicht an: Kurzschwimmer können bei Eintritt zwischen 7 und 8 Uhr bis 10 Uhr im Frei- und Seebad schwimmen gehen.

Wie werden die Besucherdaten erfasst?

Das Land verpflichtet die Bäderbetreiber, von allen Badegästen Kontaktdaten zu erheben. Um Warteschlangen vor allem an sonnigen Wochenend- und Feiertagen zu vermeiden, stellt die Stadt daher ein ausfüllbares PDF-Formular bereit, das bei jedem Besuch bereits ausgefüllt mitgebracht werden sollte. Wer diese Möglichkeit nicht nutzen kann, kann das Formular auch im Bad erhalten und ausfüllen. Die ausgefüllten Formulare werden wie vom Land vorgesehen für die Nachverfolgung im Falle einer Infektion für vier Wochen aufbewahrt. Danach werden sie datenschutzgemäß vernichtet.

Was kostet der Eintritt?

Aufgrund der verkürzten Zeiten im Schichtbetrieb gehen die Häfler Bäder vorläufig – bis zu einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss – mit reduzierten Tarifen an den Start. Im Frei- und Seebad Fischbach zahlen Erwachsene 3 Euro, der ermäßigte Tarif liegt bei 1,50 Euro, die Familienkarte liegt bei 6 Euro. Im Strandbad zahlen Erwachsene 1,50 Euro, der ermäßigte Eintritt kostet 0,80 Euro und die Familienkarte 3 Euro. Im Wellenfreibad gehen Erwachsene für 3 Euro, Ermäßigte für 1,50 Euro und Familien für 6 Euro baden. Auch die Saisonkarten wurden entsprechend reduziert auf 59 Euro für Erwachsene und ermäßigt 29 Euro im Frei- und Seebad Fischbach und im Wellenfreibad Ailingen. Im Strandbad kostet die Saisonkarte für Erwachsene 28 Euro, ermäßigt 14 Euro. Aufgrund der Beschränkungen der Personenzahlen und des Schichtbetriebs kann Saisonkartenbesitzern jedoch keine Garantie für einen Zutritt ins Bad eingeräumt werden.

Die Gültigkeit von Jahreskarten für die Häfler Bäder wird aufgrund der Schließzeit um drei Monate ohne Zuzahlung verlängert. Bei Jahreskarten, die innerhalb der Schließzeit abgelaufen sind, verkürzt sich die Verlängerung entsprechend, wird aber auf volle Monate aufgerundet.

Alle Preise unter www.bäder.friedrichshafen.de 

Was muss ich als Badegast sonst noch beachten?

Grundsätzlich gelten die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln, die auch sonst im öffentlichen Raum beachtet werden müssen. Unter anderem gilt in den Häfler Bädern eine Maskenpflicht bei Warteschlangen, im Eingangs-, Toiletten- und Umkleidebereich. Für Bereiche wie etwa Toiletten und Duschen gelten Beschränkungen der maximal zulässigen Personenzahl, auf die vor Ort hingewiesen wird. Im Strandbad und im Frei- und Seebad gelten außerdem die Abstandsregeln auch auf den Floßen.  Außerdem dürfen ausschließlich persönliche Schwimm- und Trainingsutensilien, also etwa Schwimmflügel und Schwimmbrillen, verwendet werden. Nach dem Baden soll auf das Duschen im Duschraum verzichtet werden, ebenso auf das Föhnen der Haare.

Sportbad für Schulen, Vereine und Kurse

Das Sportbad hat bereits seit 2. Juni für Schulschwimmen, Schwimmkurse und Vereinstraining geöffnet. Dabei bleibt es zunächst auch bis Mitte Juli: Dann sind turnusmäßige Wartungsarbeiten sowie Nachbesserungen im Rahmen der Gewährleistungsfristen notwendig, die nicht vorgezogen werden konnten: Die beauftragten Firmen konnten teilweise aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen nicht einreisen, teilweise waren sie zeitlich nicht flexibel. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte August. Die Stadt strebt an, das Sportbad danach wieder für alle Nutzer zu öffnen – entsprechend den dann gültigen Vorgaben des Landes.

Der Betrieb der Freibäder in Schichten und mit angepasstem Tarifsystem erfolgt zunächst vorläufig: Der Kultur- und Sozialausschuss und der Gemeinderat werden ab Mitte Juni über das Betriebskonzept und die Preise beraten und beschließen.

Aktuelle Informationen, Öffnungszeiten und Preise der Häfler Bäder unter www.bäder.friedrichshafen.de

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